Leiterregal als Hifi Möbel

Ich brauche ein neues Regal. Die Stereoanlage (um genau zu sein, nur ein AV-Receiver und ein Plattenspieler) soll da rein. Vielleicht auch ein par Platten und Bücher und Comics.

Ich hatte irgendwo und irgendwann im großen, weiten Internet ein Leiterregal gesehen. Das Konzept hat mir gefallen. Und da die Hifi Komponenten eh mehr Tiefe brauchen, als die Bücher, drängt sich das Konzept förmlich auf.

Material:

Die Ständer sollen die Farbe des Parketts aufnehmen. Also wäre hier schon mal das Material geklärt: Buche in Stäbchenoptik. Zwei Streifen Buche Leimholz gabs im Baumarkt. Die Farbe bringt dann hoffentlich eine Lasur. Die Bretter werden klassisch weiß. Das Material wird – völlig überraschend bei mir – MDF. Man könnte auch normale Möbelbauplatten nehmen.

Wird das stabil? Hält das denn? Ich traue den kleinen Kontaktpunkten von Ständer zu Regalbrett nicht wesentlich weiter, als ich eine Palette Stahlblech werfen kann. Die Lösung heißt „U“. Jeweils zwei Regalbretter werden mit einer Rückwand zusammengetackert und bilden so ein „U“. Das oberste Brett, ohne Partner, wir zum „L“. Die einzelnen Segmente werden dann an die Wand geschraubt. Zusammen mit der Unterstützung durch die Ständer halten auch die großen Bretter ganz unten.

Maße:

Die Höhe ergibt sich aus meiner Körpergröße. Ich muss halt noch oben ran kommen. Also ist bei 2 Meter komma irgendwas Feierabend.

Die lichte Höhe des untersten Segments gibt mein AVR vor. Das Ding ist 16cm hoch. Ein bisschen Lüftung schadet nicht, also 20cm. Das Fach für den Plattenspieler braucht 35cm. So hoch ist das Teil mit offenem Deckel. Nächstes Fach… Schallplatten brauchen ungefähr 33cm. die nächsten beiden Fächerhöhen hab ich bei meinem Bücherregal abgeschaut: 27cm. Das letzte Fach ergibt sich dann quasi von selbst. Tie Tiefe des untersten Faches ist 40cm. Da sollte der AVR nebst Kabelgeprödel rein. Und 40cm tragen jetzt noch nicht sooo sehr auf. Die Unterkante der Stützen nimmt die 40cm auf. Da die Dinger am Ende schlicht an der Wand lehnen, ergeben sich die Tiefen der weiteren Bretter von selbst. Schön gleichmäßig machen.

Bleibt die Breite. Die Hifidingers sind irgendwas von 43/44cm breit. Da ich an der Stelle, wo das Regal hin soll, Platz habe, nehme ich mal spontan 60cm Breite. Also die Bretter sind 60cm breit. Die ganze Konstruktion wird dann doppelt Ständerdicke breiter.

Die Regalbretter sind 16mm stark und die Rückwände 12mm.

Sketchup Zeichnung gibts hier:

Der Bau:

Zuerst die „U“s – also die Fächer:
Die Rückwand wird aufgesetzt. Für mich ist das einfacher zu Schrauben, da das Rückwandmaterial deutlich dünner ist, als die Bretter. Und mit gut schleifen und Lackieren ist das prktisch unsichtbar. Den Krams mit nur zwei Händen in Position zu halten und vorbohren, respektive schrauen ist nicht so trivial, wie es aussieht. Mir helfen dabei so kleine Feder-Eckspanner. Gold wert die Dinger.

 

Verschraubt wird mit Spax-M Schrauben. Die sind speziell für MDF entwickelt. Die schmalen Fräsköpfe treiben das Material nicht so auf. Definitiv eine Empfehlung!

 

Bisschen Schleifen und fertig ist das erste „U“

In das unterste Fach kommen noch partielle Seitenwände, um das Elektro- und Kabel Geprödel zu verstecken.

Alle „U“s und das „L“ fertig. Mal auslegen…

An dieser Stelle kam mir eine Idee. Auf dem zweiten Brett (Plattenspieler) braucht es auch noch ein bisschen Seitenwand. So richtig schön ist ein Plattenspieler nicht von hinten. Also los…

Rundung anzeichnen…

Mit Stichsäge grob ausschneiden…

Einspannen. Am besten beide Teile auf einmal (dann wirds einheitlich) und schleifen

Die Dübellöcher mache ich mir einer Dübelhilfe

…und übertragen…

… passt!

Einleimen und verspannen…

Jetzt zu dem Teil, der mir am meisten Spaß macht. Nicht.

Die Lackierung:

Ich nehme lack auf Wasserbasis. Das ist bei MDF nicht der Weisheit letzter Schluss, da sich die Fasern etwas aufstellen und quellen. Aber der fehlende Gestank macht das mehr als wett. Einmal mehr Lackieren und dazwischen schleifen tut es.

Die Ständer:

Zuerst muss ich die Schräge für unten schneiden. Das Ding soll unten plan auf dem Boden aufsitzen. Das geht ganz gut mit einer selbstgebastelten Sägelehre

Dann kürzen und Löcher für die Veschraubung vorbohren. Beim Messen für die Bohrlöcher habe ich gecheatet. Ich hab die Einzelnen Elemente schon mal an die Wand gebracht, mit Bücherstapeln als Abstandshalter – nicht schön, aber pragmatisch. Und genauso soll das schließlich sein. Dann die Ständer angelehnt und die Stellen für die Verschraubung übernommen

Löcher vorbohren senken.

Schleifen, schleifen, schleifen, dann Lasur drauf. Es ist der Hammer, wie das Clou Zeuchs anfeuert!

Vorne das lasierte Brett, dahinter das unbehandelte.

Zusammenbau:

Die Hochzeit ist geglückt.

Bis hierhin war das alles ein Kindergeburtstag gegen das was jetzt folgte. Ob das alles passt?

Mit Müh und Not…

Fazit:

Sieht gut aus, ist stabil, ganz so wie geplant. Ich denke, ich werde weitere dieser Regale bauen. Dann aber mit Möbelbauplatte statt MDF.

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